Ziel ist die strukturierte, sichere und effiziente Inbetriebnahme einer neuen Druckmaschine direkt beim Kunden. Es geht nicht nur um die technische Installation, sondern um die vollständige Integration in den realen Produktionsprozess. Die Maschine soll nach Abschluss der Inbetriebnahme unter produktionsnahen Bedingungen stabil, reproduzierbar und wirtschaftlich arbeiten.
Minimierte Anlaufzeiten durch strukturierte Vorbereitung und klare Prozesse
Reproduzierbare Ergebnisse innerhalb definierter Toleranzfenster von Beginn an
Qualifizierte Mitarbeiter, die die Maschine sicher und effizient beherrschen
Klar dokumentierte Übergabe in den Regelbetrieb mit definierten Verantwortlichkeiten

Eine erfolgreiche Inbetriebnahme beginnt deutlich vor dem eigentlichen Eintreffen der Maschine beim Kunden. Die Vorbereitungsphase entscheidet wesentlich darüber, ob die spätere Installation strukturiert, planbar und ohne unnötige Verzögerungen abläuft.
Gemeinsames Auftaktmeeting mit allen relevanten Beteiligten: Kunde, Produktionsleitung, W&H Service, W&H Academy und IPM. Ziele, Erwartungen, Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen werden verbindlich geklärt.
Ergebnis: abgestimmter Projektstrukturplan als verbindliche Grundlage für die weitere Umsetzung.
Vor der Installation erfolgt eine strukturierte Bestandsaufnahme der gesamten Produktionsumgebung – Infrastruktur, Medienversorgung, IT-Anbindung, Personalverfügbarkeit und bestehende Qualitätsstandards werden systematisch erfasst und bewertet.
Damit der Projekterfolg messbar wird, werden bereits vor Projektbeginn klare Zielgrößen definiert. Die Maschine gilt als erfolgreich in Betrieb genommen, wenn sie unter realen Produktionsbedingungen definierte Materialien, Druckbilder und Geschwindigkeiten stabil verarbeitet und die vereinbarten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllt.
Definierter Zeitpunkt der Erstproduktion mit erfolgreich abgeschlossenen Testaufträgen
Farbstabilität, Registerhaltigkeit und Tonwerttreue innerhalb vereinbarter ΔE-Toleranzen
Definierte Rüstzeiten, minimale Makulaturmenge und hohe Maschinenverfügbarkeit
Nachgewiesener Schulungsstand aller Bediener, Schichtführer und Instandhalter
Eine klare Rollenverteilung verhindert Missverständnisse und beschleunigt Entscheidungen während der Inbetriebnahme. Ein zentraler Projektleiter koordiniert Termine, Ressourcen, Kommunikation und offene Punkte zwischen allen Beteiligten.
Ziel dieser Phase ist die fachgerechte physische Installation der Maschine und ihrer Peripheriegeräte sowie die Herstellung der vollständigen technischen Betriebsbereitschaft. Alle sicherheitsrelevanten Prüfungen müssen erfolgreich abgeschlossen und dokumentiert sein, bevor die Maschine erstmals in Betrieb genommen wird.
Koordination mit Spedition, Kontrolle auf Transportschäden, Positionierung gemäß Layoutplan
Ausrichtung der Module, Nivellierung, Montage von Schutz- und Sicherheitseinrichtungen
Anschluss Strom, Druckluft, Kühlkreisläufe, Abluftsysteme, Sensorik und Aktorik
Not-Aus, Schutztüren, Lichtschranken, CE-Dokumentation – vollständige Freigabe
Nach der physischen Installation folgt die digitale und prozessuale Integration. Die Maschinensteuerung wird vollständig konfiguriert, alle Schnittstellen werden geprüft – besonders die kritischen Übergabepunkte zwischen Vorstufe, Produktionsplanung und Maschinensteuerung, an denen erfahrungsgemäß die meisten Probleme entstehen.
Die Testphase erbringt den Nachweis, dass die Maschine technisch, prozessual und qualitativ stabil arbeitet. Die Tests erfolgen in mehreren Stufen – vom Trockenlauf über Materialtests bis zur realen Produktionssimulation. Auftretende Probleme werden systematisch erfasst, bewertet und gezielt behoben.
Prüfung aller Maschinenfunktionen ohne Produktionsmaterial: Anlaufverhalten, Sicherheitsfunktionen, Steuerung, Fehlermeldungen
Prüfung mit realen Substraten: Bahnverhalten, Bahnspannung, Vorbehandlung, Trocknung und Weiterverarbeitbarkeit
Nachweis der Druckqualität: Register, Farbübertragung, Tonwert, Homogenität, Streifigkeit und Wiederholgenauigkeit
Vollständige Rüstvorgänge mit realen Kundenaufträgen: Geschwindigkeit, Qualität, Makulatur, Prozessstabilität unter realen Bedingungen
Ziel ist eine praxisnahe Qualifizierung aller relevanten Mitarbeitergruppen – nicht nur theoretisch, sondern direkt an der Maschine mit realen Materialien, realen Aufträgen und konkreten Fehlerbildern. Die Schulung wird in enger Abstimmung mit der W&H Academy und dem Service-Team durchgeführt.
Maschinenaufbau, Hauptkomponenten, Funktionsprinzipien, Bedienoberfläche, Sicherheitsfunktionen
Auftragsvorbereitung, Materialwechsel, Farbeinstellung, Registereinstellung, Grundeinstellungen
Maschinenstart, Prozessüberwachung, Qualitätsprüfung, Reaktion auf Abweichungen, Dokumentation
Typische Fehlerbilder erkennen, Ursachen analysieren, strukturierte Fehlersuche, Sofortmaßnahmen
Tägliche und wöchentliche Wartung, Reinigungspläne, Verschleißteile, Wartungsdokumentation
Qualitätskriterien, Messmethoden, Prozessfenster, Freigabemuster, Umgang mit Grenzfällen
Die Abnahme bestätigt verbindlich, dass die Maschine technisch funktionsfähig, sicher betreibbar und prozessual einsatzbereit ist. Es wird zwischen technischer Abnahme und produktionsbezogener Abnahme unterschieden. Das Abnahmeprotokoll dokumentiert alle geprüften Punkte, Messwerte, Druckmuster und offenen Restpunkte mit klaren Verantwortlichkeiten und Fristen.
Nach erfolgreicher Abnahme werden übergeben: Bedienungsanleitungen, Wartungspläne, Sicherheitsunterlagen, Schulungsnachweise, Maschinenparameter, Standardrezepte, Prüfpläne, offene-Punkte-Liste, Ansprechpartnerliste und Eskalationsplan.
Der folgende Zeitplan dient als Orientierungsmodell. Je nach Maschinenumfang, Komplexität und Kundenorganisation kann der Zeitraum angepasst werden. Der Plan umfasst sechs aktive Projektwochen sowie eine anschließende Nachbetreuungsphase.
Projektvorbereitung
Kick-off, Projektplan, Infrastrukturcheck, Risikoanalyse, Ansprechpartner
Installation
Anlieferung, Aufstellung, Medienanschlüsse, Sicherheitsprüfung, Peripherie
Konfiguration
Software, IT-Anbindung, Parametrierung, Kalibrierung, erste Trockenläufe
Testläufe
Material- und Drucktests, Prozessoptimierung, Fehleranalyse, Standardwerte
Schulung
W&H Academy, Praxistraining, Fehlerbildtraining, Arbeitsanweisungen
Abnahme & Übergabe
Technische und prozessbezogene Abnahme, Protokoll, Dokumentationsübergabe
Nachbetreuung
Produktionsbegleitung, Statusmeetings, Parameteranpassung, Abschlussreview
IPM übernimmt in diesem Projekt eine zentrale Brückenfunktion: zwischen Maschinenhersteller, W&H Service, W&H Academy und dem realen Produktionsalltag des Kunden. Der entscheidende Mehrwert liegt darin, dass IPM nicht nur die Maschine betrachtet, sondern den gesamten Produktionsprozess – von der Datenbereitstellung über Material, Farbe, Maschine, Bedienung und Qualitätssicherung bis zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
Abstimmung zwischen Technik und Produktion, Bewertung der Druckqualität, Definition von Prozessparametern und Prozessfenstern
Systematische Analyse von Fehlerbildern während Testläufen, strukturierte Dokumentation und Ableitung nachhaltiger Korrekturmaßnahmen
Erstellung von Checklisten, Unterstützung bei der Definition von Abnahmekriterien, Begleitung der technischen und prozessbezogenen Abnahme
Produktionsbegleitung nach Inbetriebnahme, Sicherstellung eines stabilen Übergangs in den Regelbetrieb, Nachschulung bei Bedarf
Eine professionelle Inbetriebnahme erfasst mögliche Risiken frühzeitig und steuert sie aktiv. Gleichzeitig stellt eine klare Kommunikationsstruktur sicher, dass das Projekt nicht durch Informationsverluste oder ungeklärte Zuständigkeiten gebremst wird.
Projektstatus, offene Punkte, Risiken, nächste Schritte – mit Projektleitung, Kunde, W&H Service, W&H Academy und IPM
Während der Installation: Was wurde erledigt? Was ist geplant? Welche Hindernisse gibt es?
Nach jeder Hauptphase: Statusabschluss und Freigabe für die nächste Phase
Das Ziel ist nicht nur eine installierte Maschine. Das Ziel ist eine Maschine, die vom ersten Tag an möglichst stabil produziert, von den Mitarbeitern sicher beherrscht wird und in den Gesamtprozess des Kunden integriert ist.
Dieses Konzept stellt sicher, dass die Maschineninbetriebnahme nicht als rein technische Installation verstanden wird, sondern als strukturierter Übergang in einen stabilen, wirtschaftlichen Produktionsprozess. Die Kombination aus technischer Inbetriebnahme, Prozessintegration, praxisnaher Schulung und begleiteter Produktionsphase reduziert typische Anlaufprobleme erheblich.
Fachgerechte Installation, vollständige Konfiguration und nachgewiesene Funktionsfähigkeit aller Systemkomponenten
Nahtlose Einbindung in den gesamten Produktionsablauf – von der Datenvorbereitung bis zur Weiterverarbeitung
Qualifizierte Mitarbeiter, dokumentierte Standards und ein belastbares Support-Netzwerk für den Alltag
Ganzheitliche Begleitung des Druck- und Produktionsprozesses – von der technischen Installation bis zum stabilen Regelbetrieb.